Nur die Wahrheit macht dich frei

Heute war der zweite Tag, an dem ich nach meiner längeren Krankschreibung wieder zurück im Büro war. Ich muss wirklich sagen, dass es richtig komisch war, gestern wieder zurück zur Arbeit zu kommen. Ich hatte so ein seltsames Gefühl im Magen, weil ich zum Einen nicht wusste, wie meine Kollegen auf mich reagieren, und zum Anderen, weil ich gespannt war, wie es sich für mich selbst anfühlt, wieder zurück in mein altes Umfeld zu kommen. War es wirklich richtig, zu kündigen? Konnte ich auf meine innere Stimme vertrauen oder bereute ich es mittlerweile? So sehr ich diese Fragen nun einige Tage vor mir hergeschoben hatte, umso schneller kannte ich die Antwort: Du hast alles richtig gemacht!! 🙂

Die herzliche Art meiner Kollegen und die positive Grundstimmung während der Arbeit waren wahrscheinlich im Nachhinein betrachtet einer der Hauptgründe, warum es mir so schwer gefallen ist, einen Schlussstrich unter meine Zeit in der Agentur zu setzen. Die Ursache, weshalb ich während der letzten Monate immer wieder abwägte, wie es für mich weitergehen soll. Ich fühlte mich abends zwar unzufrieden und ausgelaugt, redete mir aber gleichzeitig auch immer wieder ein, dass ich mich doch lieber glücklich schätzen sollte, so viele nette Leute um mich herum zu haben. Ich dachte so viel nach, dass ich irgendwann total erschöpft war. Meinungen von außen, dass ich einen so tollen Job niemals so leicht aufgeben dürfte, machten mir es nicht unbedingt leichter. So ging die Zeit vorbei, Tag für Tag. Erst die Tatsache, dass ich depressive Anzeichen zeigte, brachte mir den nötigen Abstand von der täglichen Arbeit. Ich konnte endlich in Ruhe nachdenken, und vor allem nachfühlen, was mit mir los war. Immer wieder war ich in dem Zwiespalt – gehen oder lieber erstmal weitermachen. Bis ich meine Gefühle und die Zeichen, die mein Körper mir immer wieder im Laufe des Jahres durch Krankheiten geschickt hatte, erhörte und mich entschloss, ab sofort die volle Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Mir wurde auf einmal glasklar, dass ich mich nicht auf der einen Seite jeden Tag aufs Neue beschweren konnte und auf der anderen Seite auch nichts dagegen unternahm, dass sich die Situation änderte. Ich fühlte mich so ja selber nicht mehr wohl in meiner Haut. Ich war die einzige Person, die mein Leben in die Hand nehmen konnte. Genau das tat ich, indem ich die (im Nachhinein ehrlicherweise so lange ersehnte) Kündigung endlich schrieb und verschickte. So verrückt es für manche klingen mag, aber mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen.

Gestern im Gespräch mit meiner Teamleiterin wurden mir erst einmal die vollen Auswirkungen bewusst: Ich hatte zum ersten Mal nach Monaten wieder das Gefühl, dass ich vollkommen zu mir stand und meine Worte von Herzen kamen. Ich fühlte mich vollkommen umgeben von einer starken Energie, ein unbeschreibliches Gefühl. Die Worte, die ich sprach, flossen ganz von alleine aus meinem Mund, nachdem ich beschlossen hatte, nur noch die Wahrheit zu sagen. Ich konnte mir zum ersten Mal eingestehen, dass die Aufgaben mich nicht glücklich machen. Ich konnte ihr gegenüber ganz offen und ehrlich kommunizieren, dass ich den Job in Liebe verlassen möchte, weil ein neuer Weg auf mich wartet. Es war so befreiend, dass ich mich wie neugeboren fühlte, in vollem Sein in meinem neuen Leben, das ich nun selbst in die Hand nehme. Voller Vertrauen und Zuversicht, dass mich mein Herz zu der Tätigkeit führt, die mich ausfüllt und durch die ich meine Gaben in die Welt schicken kann. Und seitdem ich meine Gedanken ausgesprochen habe, fühle ich mich besser als je zuvor. Schon lange bin ich nicht mehr mit einer so positiven Einstellung ins Büro gekommen. Ich habe mich selbst befreit von all dem Druck und Zwang, den ich mir im Endeffekt auch selbst auferlegt habe. Ich fühle mich frei und kann nun ohne Einschränkung all die tollen Dinge anerkennen, die mich jeden Tag umgeben. Ich weiß meine wunderbaren Kollegen noch mehr zu schätzen und stehe morgens wieder gerne auf, weil ich weiß, dass ich meinen ganz eigenen Weg gehe.
Erst in Nachhinein wird mir bewusst, wie lange ich mit mir selbst gekämpft habe und nur aus Angst vor der finanziellen Unsicherheit nicht schon vorher eine Entscheidung getroffen habe. Ich bin zwar unendlich dankbar für die Lernerfahrung, finde es aber wirklich verrückt, wie oft wir Menschen unser inneres Gefühl einfach verleugnen. Warum tun wir Dinge, die wir gar nicht tun möchten? Ist es nur aus Angst vor der unsicheren Zukunft? Zu ertragen ist so eine Situation sicherlich nur bis zu dem Punkt, an dem der Preis, den wir jeden Tag zahlen, den Gewinn der Sicherheit übersteigt.

Ich kann dich wirklich nur ermutigen, deine innere Stimme total ernst zu nehmen! Glaub an das, was dein Herz dir sagen möchte und folge ihm. Die innere Wahrheit siegt über alles und macht dich frei! Dein Leben gehört dir, und niemand anderes außer dir kann dafür sorgen, dass du glücklich bist!!

ballons

 

Es kommt eine Zeit im Leben, da bleibt einem nichts anderes übrig, als seinen eigenen Weg zu gehen. Eine Zeit, in der man die eigenen Träume verwirklichen muss. Eine Zeit in der man endlich für die eigenen Überzeugungen eintreten muss.

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